Wälti, Christian

Christian Wälti (* 1819; † 1862)

Leben

"Am 17. August 1844 brachte eine Berner Zeitung, Der schweizerische Beobachter, die Meldung, das Erziehungsdepartement habe Christian Wältis 'Lieder nicht mit der Pflicht eines Lehrers verträglich gefunden und die von der Schulkommission beantragte Abberufung von der Lehrerstelle beschlossen'. - Was lag da vor? Christian Wälti, Lehrer in Bern, hatte ein Bändchen radikaler Gedichte herausgegeben; weil sie noch rechtzeitig zum Eidgenössischen Schützenfest jenes Jahres herauskommen sollten, waren sie, wie der Verfasser nachträglich zu seiner Rechtfertigung betonte, 'in höchster Eile gedruckt' worden; zwei oder drei hätte er selber 'zum Tode verbannt', sie seinen dann aber 'wegen Drang der Zeit' stehengeblieben ...

Es setzte eine heftige Pressefehde ein, die Massregelung aber blieb in Kraft: offenbar hatten die Konservativen alle Ursache, diesen ausgekochten Radikalen zu fürchten. Wälti machte noch den zweiten Freischarenzug mit und (als Freiwilliger) den Sonderbundskrieg; er focht mit seiner spitzen Feder weiter gegen Aristokraten und Pfaffen, Jesuiten, Fürsten und Papisten, gegen List, Gewalt und Ungerechtigkeit. (...)

Dann aber entschloss er sich zur Auswanderung in das grosse Land der Freiheit jenseits des Ozeans. Am 15. Juni 1852 meldete das Emmentaler Wochenblatt in Langnau: 'Chr. Wälti, gew. Lehrer und Dichter in Bern, ist glücklich in Birmingham bei Pittsburg angelangt. Es geht ihm dort gut und er hat daselbst seinen alten begüterten Vater gefunden und bereits eine deutsche Schule errichtet. Seine Frau und Kinder werden ihm ehestens nachfolgen.'

Zehn Jahre später musste die Zeitung den Tod des Emigranten melden." (Hans Sommer: Volk und Dichtung des Emmentals, Francke 1969, S. 188-189)

Bestände UB Bern

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