Zoss, Roland

Roland Zoss (* 2. August 1951 in Bern) ist ein Schweizer Musiker, Liedermacher und Schriftsteller.

Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein BSV.

Persönlicher Beitrag

Mit einem Apfel auf einen Spaziergang gehen. Aus von Australien mitgebrachten Samen Mimosenbäume ziehen. In der Altstadt Bern von der Welt träumen und auf der Rückseite der Welt von Bern, das auf einmal erwacht und mitten in Europa liegt.
Ein Haus aufbauen auf einer kleinen Insel, bis man Realist ist. Südlich der Alpen gegen Feuersbrünste kämpfen - und nördlich gegen die Unterkühlung der Seelen, den Zerfall von Familie & Freundschaft.
Sein Brot selber verdienen. Den Wäldern vertrauen. Weder Wal noch Vogel sein. Menschlich bleiben. Musik machen. Rechnungen zahlen. Wach sein. (ca. 1994)

Leben

Zoss studierte Ethnologie, Sprachen, Musik und Zeichnen in Bern und Avignon. Er lebt als Lehrer für Sprachen, Musik und Literatur in Bern. Seit 1979 veröffentlicht der Musiker und Schriftsteller Tonträger und Bücher für Kinder und Erwachsene. Bekannt seine Eindeutschung von Suzanne von Leonard Cohen und das preisgekröntes Buch vom Leben auf den Liparischen Inseln Die Insel hinterm Mond. Die meisten Werke entstanden in einer Wohnhöhle in der zweiten Heimat, den Liparischen Inseln.

Auf dem Album Härzland mit einem Team von Musikern und Musikerinnen übertrug er ab 2002 zum Beispiel Gedichte von Rainer Maria Rilke, Hits wie In the Ghetto von Elvis Presley (geschrieben von Mac Davis) oder First we take Manhattan von Leonard Cohen und Impressionen des iranischen Autors Abbas Maroufi in Schweizer Mundart.

Nach 15 Jahren als deutscher Liedermacher landet er 1999 einen Grosserfolg in berndeutschem Dialekt mit dem Tierlieder-ABC Xenegugeli. Roland Zoss zählt mit Linard Bardill/Lorenz Pauli (Bündner Dialekt) und Andrew Bond (Zürcher Dialekt) zu den Begründern des modernen Mundart-Kinderliedes. Er arbeitet mit bekannten Musikern und Tonmeistern zusammen wie Eric Merz, Peter MacTaggart, Helge van Dyke und Peter von Siebenthal. Und mit Künstlern wie Gottfried Helnwein. Bekannt sind die Alben Schlummerland Gutenachtlieder, oder die Reihe vertonter Grimm-Märchen Liedermärli. In der Hörspieltrilogie Jimmy Flitz, die Schweizermaus schlägt er die Brücke zwischen Rock und volkstümlicher Mundart. Im Album SingDing bringt er 2011 eine neue Perspektive ins Lied und lässt die Dinge singen.

Auszeichnungen

  • Literaturförderpreis der Stadt Bern 1993 für die Erzählung Die Insel hinterm Mond
  • Werkjahr der Stadt Bern 1996 für den Musikroman Saitenstrassen
  • Mehrere "Goldige Chrönli" - Auszeichnungen für das Kinderlieder-Werk
  • Briefmarke der Schweizer Post, 2010

Jimmy Flitz Schweizermaus

Neben dem Xenegugeli ist Jimmy Flitz, die Schweizermaus die bekannteste Figur von Roland Zoss. Sie erschien erstmals 2002 im Kinderbuch "Güschi und das Geheimnis der Echohöhle" mit dem elfjährigen Jungen Güschi, dem Dachs Sokradax sowie der Elster Zigi-Tigi und der Schnecke Schlurpf. Daraus entstand ein sechsteiliges Hörspiel in Berner Dialekt. Ihre grösste Rolle hat die Maus aber 2007/08 gefunden im Musikhörspiel: «Jimmy-Flitz, e Reis dür d Schwyz»: Eine Maus, eine Tigerfliege, ein Bärwolf und ein Geier gehen auf die Suche nach den kulturellen Wurzeln der Schweiz. Die Alpensaga in drei Episoden und wird gesprochen und gesungen von Schweizer Mundart-Künstlern wie Christine Lauterburg, Marco Rima, Büne Huber, Corin Curschellas, Hanery Amman und anderen. 2010 erscheint dazu das Buch «Jimmy Flitz die Schweizermaus», zudem ehrte die Schweizer Post das Schaffen des Autors mit einer Briefmarke. 2011 tritt Jimmy-Flitz als erste volkstümliche Mundartkapelle für Kinder mit Volksmusikstar Monique und Res Schmid und Gebr. Marti auf.

Werke

Bibliografie

  • Lieder & Gedichte. Verlag B.v. Greyerz, Bern 1978
  • Wer den Wind vernimmt. Gedichte, Verlag Sauerländer, Aarau 1981
  • Ohrenblicke. Gedichte & Lieder, R. Zoss/Eigenverlag, 1991
  • Die Insel hinterm Mond. Erzählung, Erpf Verlag, 1992/ Neuauflage Licorne Verlag, 2002
  • Das Kind vom Turm. Bilderbuch, illustriert von Brigit Herrmann/Licorne Verlag, 1994
  • Die Bärenfasnacht. Bilderbuch, Fischer/Licorne Verlag, 1996
  • Saitenstrassen. Musikroman, Fischer/Licorne Verlag, 1998
  • Xenegugeli. Tier-ABC für Kinder, Sound Service, ill. Holger Schöpflin, 1999
  • Xenegugeli. ABC-Spiel auf dem iPhone, 10/2009
  • Multikulturelle Tierlieder. Text- & Notenbuch, 2001
  • Güschi und das Geheimnis der Echohöhle. Lesebuch, ill. Boris Zatko, Licorne, 2002
  • Jimmy Flitz, die Schweizermaus. Lesebuch, ill. Viviane Dommann, rikiverlag, 2010

Diskografie

  • 1981 LP “Roland Zoss” ACT 2310
  • 1983 LP “Sternstunde” MOR 32026
  • 1985 LP “Die Ewigkeit klopft an”, ©RZ 003
  • 1989 CD “Flieg meine Seele”, ©RZ 004/RZ 005 & Videoclip
  • 1993 Hördokument/Feature “Die Insel hinterm Mond”, Radio DRS 2
  • 1998 CD „Saitenstrassen“, Literatur & Musik, 7940, Phonag
  • 1999 CD „Xenegugeli“, 28 Tierlieder für Kinder, SoundService/Phonag
  • 2001 CD 1 & 2 „Muku-Tiki-Mu“, Weltkindermusik, UNESCO-Patronat
  • 2002 Güschihörspiel 1 & 2, eine Serie zum Bilderbuch, Sound Service
  • 2003 Güschihörspiel 3 & 4, CD, Sound Service
  • 2003-06 «Liedermärli», 4 CDs mit acht Märchenmusicals in Mundart
  • 2004 «Härzland», CD, Rock-Pop-Poesie in Mundart
  • 2004 «Schlummerland» Guetnachtliedli mit Shirley Grimes und Asita Hamidi, SoundService
  • 2005 «Schlummerland 2» Guetnachtlieder
  • 2006 «Güschi 5 & 6», Schluss der Güschi-Hörspiel-Saga
  • 2007 «Jimmy-Flitz, e Reis dür d Schwyz» 3-teiliges Musikhörspiel mit bekannten Mundartkünstlern wie Büne Huber, Hanery Amman, Marco Rima, Christine Lauterburg, Corin Curschellas u.a.
  • 2009 «Jimmy Flitz-Hits», Schweizer Mundartstars singen Lieder rund um die Maus
  • 2011 «SingDing», Lieder für Chind & Chöpf

Weblinks

Bestände UB Bern

Quellen

Dieser Text entstand auf Grundlage der Freien Enzyklopädie Wikipedia und wurde am 20.02.2011 hier eingestellt. Der Originaltext wurde unter der GNU Free Documentation License und der Creative Commons Lizenz (CC-BY-SA) veröffentlicht. (Originalversion in der Wikipedia)