Wild, Marta

Marta Wild (* 7.6.1895; † 14.12.1976)

Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein (BSV).

Leben

"Heimatberechtigt in St. Gallen kam Marta Wild am 7. Juni 1895 als drittes und jüngstes Kind des Uhrmachers Paul Wild in Zürich zur Welt. Die Familie lebte in ärmlichen Verhältnissen, doch empfanden das die drei Mädchen nie, weil das liebevolle Wesen ihrer frommen Mutter sie mit Glanz und Sonne umgab. Auch der Vater wusste ihnen auf seine Weise das Leben zu vergolden. Er erzählte Geschichten von 'Heinrich von Eichenfels' und solche aus eigener Kindheit, die er am Fusse des Stockhorns verlebt hatte. Diese Gegend sollten die Kinder nun bald selber kennen lernen, da die Familie im Jahre 1902 in den Kanton Bern übersiedelte und der Vater einige Jahre später in seiner Kinderheimat Übeschi ein altes Bauernhaus kaufte. 'Der sunnig Egge' wurde Marta Wilds grosse Liebe, und die Sehnsucht erwachte: all das von der Laube oder vom Mätteli mit dem herrlichen Blick auf den Thunersee und die Schneeberge Geschaute weitersagen zu können.

Dazu wollte sie lernen, immer weiter lernen. Diesem Wunsche stand aber entgegen, dass sie schon als Kind viel krank war, infolgedessen nur die Primarschule besuchen durfte, und dass sie auch später das Kindergartenseminar vorzeitig verlassen und es mit dem Sanatorium vertauschen musste. Fünf Jahre war sie gezwungen, ihr Leben im Bett oder auf dem Liegestuhle zu verbringen. Zu ihren regelmässigen Besuchern gehörten da die Kinder vom Dörfli. Sie musste ihnen Geschichten erzählen - und das wurde auch ihr zur Freude.

Vieles, was sie mit den Kindern erlebte, schrieb sie nieder, manches, was sie sah und dachte, formte sie zu kleinen Gedichten. Endlich durfte sie genesen und empfand nunmehr das Leben als ein Geschenk von Gottes Güte. Ihm mit den ihr gewordenen Gaben zu dienen, ist seither Sinn und Zweck ihres Lebens. Ihre grosse Liebe gilt dabei nach wie vor den Kindern - und das meiste, was sie schreibt, ist ihnen und ihren Freunden zugedacht.

Marta Wild siedelte nach dem Tod ihrer Eltern nach Bern über. Sie ist Mitarbeiterin am 'Weg zum Kinde' und am 'Kindersonntagsblatt' und Redaktorin eines Familienblattes des Blauen Kreuzes: 'Illustrierter Arbeiterfreund'. Sie ist Mitglied des Vereins für deutsche Sprache und der Volkshochschule." (Quelle: Berner Schrifttum 1925-1950, Francke 1949, S. 174-175)

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