Vögtlin, Adolf

Adolf Voegtlin (* 25.2.1861 in Brugg; † 7.4.1947 in Bern) Lehrer und Redaktor

Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein (BSV).

Leben

"Aus dem Zweige der Vögtli im Amte Schenkenberg liess sich Johannes 1657 in Bern nieder und wurde dort zum ewigen Einwohner aufgenommen. Dessen Sohn nun ist der Stammvater der Brugger Linie. Er amtete dort als Diakonus und wurde 1695 Burger daselbst. Einer seiner späten Nachkommen war Adolf Vögtlin, der am 25. Februar 1861 in dem alten aargauischen Prophetenstädtchen geboren wurde. Er besuchte dort Primar- und Sekundarschule, um dann, nach dem frühen Tode des Vaters, die Seidenfärberei zu erlernen und sich so auf eigene Füsse stellen zu können. Ein Weihnachtsreimgedicht, das er einem wohlgesinnten Schwager sandte, änderte aber seine Laufbahn. Schwager und Schwester nahmen sich des Knaben an, sandten ihn in das Gymnasium Aarau und verhalfen ihm zum Studium. Er besuchte die Genfer Universität und, nach anderthalbjährigem Aufenthalt in England, die Basler Universität zum Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und der romanischen und germanischen Sprachen.

Nach der Doktorprüfung lehrte er erst an der Bezirksschule in Baden, dann 14 Jahre an der Realschule in Basel, wurde dann als Lehrer der deutschen Sprache und Literatur an das Zürcher Lehrerseminar Küsnacht berufen und amtete zuletzt am Kantonalen Gymnasium in Zürich. 1925 zwangen ihn Gesundheitsrücksichten zum Rücktritt vom Lehramte, neben dem er drei Jahrzehnte hindurch an grösseren Zeitungen als Kritiker, später als Redaktor einer Fach- sowie einer Monatsschrift tätig war. Der letztgenannten Berufsarbeit widmete er sich noch bis 1936, dem Jahre, in welchem er nach Bern übersiedelte, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte und am 7. April 1947 verschied.

Adolf Vögtlins dichterisches Schaffen war dem Kampf für eine diesseitigere Religiosität gewidmet, die er in einer natürlichen Weiterbildung der christlichen Weltanschauung erblickte. Er protestierte gegen alle Engherzigkeit und wollte die Sehnsucht nach Erlösung auf diese Welt beschränkt wissen, die es deshalb so schön und gut zu gestalten gelte wie immer möglich. Seine Schriften sind Ausdruck eines starken persönlichen Glaubens." (Quelle: Berner Schrifttum 1925-1950, Francke 1949, S. 164-165)

Auszeichnungen

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