Schriber, Margrit

Margrit Schriber (* 4. Juni 1939 in Luzern) ist eine Schweizer Schriftstellerin.

Persönlicher Beitrag

In der Arbeit: unermüdlich, perfekt, verbissen, lustvoll, aber Einzelgängerin, durch innere Welten wandernd, in tausendundeine Richtung, von Tausenderlei verlockt, staunend über die grenzenlose Weite der Phantasie, stumm in Anbetracht der geheimnisvollen Zeitenläufe und unserer Rolle darin.

Im übrigen: ungeduldig, begeisterungsfähig, realistisch, grüblerisch, ein Augenmensch mit Freude am Verführen, auch eine grosse Zuschauerin und Randperson. Sich gleichermassen disziplinierend und treibenlassend. Verliebt in alles Leuchtende, Brillierende, Schöne. Ein williges Opfer von Oberflächlichem.

Ganz gewiss: mit einem erstaunlich vielverzweigten Labyrinth im Innern. (ca. 1994)

Leben und Schreiben

Margrit Schriber ist in Brunnen und Küssnacht im [Kanton Schwyz aufgewachsen. Sie hat eine Banklehre absolviert und arbeitete bis zu ihrer Heirat als Bankangestellte; nachher jobbte sie als Aushilfe in Büros, als Werbegrafikerin und Mannequin. Sie lebt seit längerem in Zofingen im Kanton Aargau und in der französischen Dordogne.

Schriber ist Verfasserin von Alltagsgeschichten in einer kühlen Sprache, in denen häufig eine desillusionierende Bilanz des Lebens ihrer Protagonisten gezogen wird. Sie begreift sich dabei allerdings nicht einfach als Pessimistin, sondern sieht in der Desillusionierung durchaus eine Chance zur Veränderung des Lebens ihrer Figuren.

Sie ist Mitglied des Verbandes Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) und des Deutschschweizer P.E.N.-Zentrums.

Auszeichnungen

  • 1977 Einzelwerkpreis der Schweizerischen Schillerstiftung
  • 1977, 1980, 1984, 1992 und 1997 je ein Werkjahr des Kantons Aargau
  • 1985 und 1987 Ehrengabe der Stadt Zürich
  • 1998 Aargauer Literaturpreis

Werke

Buchausgaben

  • Aussicht gerahmt. Roman. Huber, Frauenfeld 1976
  • Außer Saison. Erzählungen. Huber, Frauenfeld 1977
  • Kartenhaus. Roman. Huber, Frauenfeld 1978; 2. überarb. A. 2008, ISBN 978-3-9523163-9-9
  • Dazwischen. Ein monologischer Dialog / Ein wenig Lärm im Keller. Monodrama / Montag. Lenos (Texte für die Theaterwerkstatt 4), Basel 1979
  • Vogel flieg. Roman. Huber, Frauenfeld 1980
  • Luftwurzeln. Roman. Huber, Frauenfeld 1981
  • Muschelgarten. Roman. Nagel & Kimche, Zürich 1984
  • Tresorschatten. Roman. Nagel & Kimche, Zürich 1987, ISBN 3-312-00126-9
  • AugenWeiden. Roman. Nagel & Kimche, Zürich 1990, ISBN 3-312-00156-0
  • Rauchrichter. Roman. Nagel & Kimche, Zürich 1993, ISBN 3-312-00188-9
    • französische Ausgabe: Le tribunal des fumées. Roman traduit de l’allemand par Raymond Lauener. Editions L’Age d’Homme, Lausanne 1997, ISBN 2-8251-0803-0
  • Schneefessel. Roman. Nagel & Kimche, Zürich 1998, ISBN 3-312-00238-9
  • Von Zeit zu Zeit klingelt ein Fisch. Erzählungen. Nagel & Kimche, Zürich 2001, ISBN 3-312-00282-6
    • rumänische Ausgabe: Din când în când sună un peşte. Povestiri (din Elveţia). România Press, Bucureşti 2005, ISBN 973-8236-58-4
  • Das Lachen der Hexe. Roman. Nagel & Kimche, Zürich 2006, ISBN 3-312-00373-3
  • Die falsche Herrin. Roman. Nagel & Kimche, Zürich 2008, ISBN 978-3-312-00413-3
  • Die hässlichste Frau der Welt. Roman. Nagel & Kimche, Zürich 2009 (über Julia Pastrana). ISBN 978-3-312-00446-1

Hörspiele

  • Ein Platz am Seitenpodest, Radio DRS 1979
  • An einem solchen Tag, Radio DRS 1980
  • Tambourinschlag, Radio DRS 1982
  • Entschuldige, Radio DRS 1984

Literatur

  • Benita Cantieni: Schweizer Schriftsteller persönlich. Interviews. Huber, Frauenfeld 1983, S. 76–95
  • Die Schriftstellerin Margrit Schriber (Schwyzer Hefte 50), Schwyz 1990
  • Linda M. Hess-Liechti: Das Gefängnis geht nebenan weiter... Studien zur mentalen Gefängnis- und Befreiungsthematik in Prosatexten von Margrit Baur, Maja Beutler und Margrit Schriber. Akademischer Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-88099-327-0

Weblinks

Bestände UB Bern

Quelle

Dieser Text entstand auf Grundlage der Freien Enzyklopädie Wikipedia und wurde am 20.02.2011 hier eingestellt. Der Originaltext wurde unter der GNU Free Documentation License und der Creative Commons Lizenz (CC-BY-SA) veröffentlicht. (Originalversion in der Wikipedia)