Schmocker, Hans

Hans Schmocker (* 1917 in Langnau; † 1995) Lehrer, Kritiker, Sachbearbeiter am bernischen Staatsarchiv

Leben

"Als sich der bekannte literarische Streit um die Radiobearbeitungen Gotthelfs durch Ernst Balzli erhob (1954), wurde Schmockers Name in der ganzen Schweiz genannt: er hatte 'den Stein ins Rollen gebracht' - aus der Sorge heraus, das hohe Gedankengut des Grossen von Lützelflüh würde durch die Hörfolgen, die notwendigerweise das Vordergründige betonten, verwässert und in unzulässiger Weise 'popularisiert'. Mit Misstrauen begenete Schmocker - in Vorträgen - auch der Tendenz, mit Hilfe des 'urchigen' Ausdrucks oder einer allzubetonten, vielleicht schon leicht altertümlichen Bilderfülle 'echtes' Emmental darstellen zu wollen. (...)

Hans Schmocker, in Langnau geboren und aufgewachsen, wirkte nach der Ausbildungszeit im Seminar Muristalden als Lehrer in seinem Dorf, bis sich ihm ein neues Tätigkeitsfeld auftat: Seit Herbst 1968 ist er Sachbearbeiter am bernischen Staatsarchiv und besorgt ausserdem die Verwaltung der Stiftung Schloss Spiez." (Hans Sommer: Volk und Dichtung des Emmentals, Francke 1969, S. 312-314)

"Unvergessen bleibt Hans Schmockers grosser Einsatz für die Arbeiterbildung. Sein Lesezirkel mit der SP-Frauengruppe Langnau war sehr beliebt. In der Dorfpolitik bekleidete er unter anderem auch das Amt des Gemeinderatspräsidenten, war Mitglied der Sozialdemokratischen Partei ab 1946. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg brauchte es in ländlichen Gegenden noch einigen Mut, sich den 'Roten' anzuschliessen." (Quelle: Marcel Schneider in: Links i.E., April 2004)

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