Schlup, Theresa

Theresa Schlup (* 11.10.1933) Photothek der Landestopographie Wabern

Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein BSV.

Persönlicher Beitrag

Nur ein Mädchen! Meine Eltern waren enttäuscht. Ich auch. Gleichberechtigung gab es nicht, merkte ich bald. Auch in der Schule nicht. Während die Knaben technisch zeichnen durften und mit Buchstaben zu rechnen lernten, mussten wir kochen und schrecklich lange Wollstrümpfe stricken. Trotzdem war mir die Schule lieber als die Arbeit auf dem elterlichen Hof. Schon früh zog es mich von zu Hause fort. Zuerst ins Welschland, und kaum meine kaufmännische Lehre beendet, nach Rom, später nach Florenz. In die Stadt aber, von der ich als junges Mädchen träumte, kam ich erst in der zweiten Lebenshälfte. Nach vielen Jahren Haushalt, Kinder und Beruf zog ich 1986 nach Paris und begann zu schreiben. Seither pendle ich zwischen den zwei Städten hin und her; arbeite in Bern, um in Paris schreiben zu können, u.a. über die Gleichberechtigung. (ca. 1994)

"Was muesch o gäng uf Paris vagante", seit mer aube d Mueter, "du chönntisch doch z Bärn blybe u, wi au Lüt, öppis Rächts wärche u mynetwäge nach em Fürobe es Gschichtli schrybe, u überhoupt, du verdienisch doch nüüt!" (Aus: La vie de rêve, Cosmos, 1996)

Weblinks

  • Schlup, Therese im Lexikon der Autorinnen und Autoren der Schweiz AdS

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