Ramseyer, Edwin

Edwin Ramseyer (* 13.2.1896 in Bern; † ?)

Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein (BSV).

Leben

"Das Leben des in Heimiswil heimatberechtigten und am 13. Februar 1896 in Bern geborenen Edwin Ramseyer könnte man in einem langen Roman erzählen, oder kurz so:

Er besuchte in der Bundesstadt die Primar- und Sekundarschule, dann zwang ihn der frühe Tod des Vaters, sein Leben selber zu verdienen. Die Lehrzeit erwies sich als streng, doch wie er selbst sagt: gerecht. Arbeit und Kampf ums tägliche Brot war die Aufgabe. Selbstbehauptung und Sichbescheiden resultierten daraus. (...)

Vom sechzehnjährigen Zeitungsverkäufer bis zum heutigen Inspektor einer Schadensversicherungsgesellschaft liefen die Etappen seiner beruflichen Laufbahn über Hoteldiensttreppen, durch Fabrik- und Montageräume, über den technischen Betrieb einer Zeitung und durch ein Redaktionssekretariat. Dabei war es ihm vergönnt, das Leben ohne Phrasen und die Menschen ohne Masken zu sehen. Nützliche Schlussfolgerungen boten eigene Fehler und fremde Beispiele.

Im Brennpunkt seines Interesses standen von je und stehen noch heute die Menschen und ihre Eigenheiten. Sie zu schildern, wie er sie sieht und empfindet, wurde ihm Drang und Zwang. Um diesem zu gehorchen, hiess es ein unbekanntes Gebiet auskundschaften. Zögernd tappte sich Edwin Ramseyer durch die Schwierigkeiten der Sprache zu Form und Ausdruck, zur Wiedergabe der Empfindungen.

Die ersten Kurzgeschichten und Reiseschilderungen (Paris, Spanien, Nordafrika, Griechenland, Konstantinopel) erschienen regelmässig in einer Berner Zeitung. Dann nahm Edwin Ramseyer den ersten Roman in Angriff. Kein schweizerischer Verleger konnte sich aber dafür erwärmen, doch er kam durch Zufall Andersen-Nexö unter die Augen, der daraus die schriftstellerische Begabung zu erkennen glaubte. So schuf Ramseyer weiter, bis 1939 der Londoner Verlag Victor Gollancz den Roman 'Flieger über der Vorstadt', für den sich auch kein schweizerischer Verlag fand, in englischer Sprache herausbrachte. Damit war das Eis gebrochen.

Er schreibt übrigens aus reiner Freude am Fabulieren. Das schriftstellerische Bemühen beglückt ihn einfach. Er gesteht, dass er dabei weder an Belehrung noch an Weltverbesserung denkt. In berufsfreien Stunden bloss kann er dem Wunsch nachgeben: zu erzählen und zu gestalten. Dabei ordnen sich ihm Gesehenes, Erfahrenes und Empfundenes. Ohne seine verständige Frau freilich wäre er oft den mühevollen Weg nicht weitergegangen. Sie hat ihn stets ermuntert und Ansporn und Kritik in weisem Gleichgewicht gehalten, sonst hätte vielleicht der Schaffende in ihm längst vom Bummler verdrängt werden können, versäumt er seine Zeit doch recht gerne auf dem Sportplatz, im Schiessstand oder auf der Pilzjagd im geliebten Wald.“ (Quelle: Berner Schrifttum 1925-1950, Francke 1949, S. 121-122)

Auszeichnungen

  • Preis der Büchergilde im Romanwettbewerb 1946

Bestände UB Bern

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