Morgenthaler, Hans

Hans Morgenthaler, oft auch abgekürzt Hamo genannt (* 4. Juni 1890 in Burgdorf; † 16. März 1928 in Bern), war ein Schweizer Schriftsteller und Alpinist.

Leben

Er wurde als ältester Sohn des Anwalts und späteren Stadtpräsidenten von Burgdorf, Otto Morgenthaler, geboren. An der ETH Zürich studierte er Zoologie und Botanik; er promovierte 1914 mit einer Arbeit über die Birke. Dann begann er ein Geologiestudium an der Universität Bern. 1916 wurde sein erstes Buch 'Ihr Berge' mit locker aneinandergereihten Einträgen aus einem Bergsteiger-Tagebuch und Federzeichnungen veröffentlicht. 1917 reiste er nach Südostasien. Er arbeitete für eine Schweizer Bergwerksfirma (Gold- und Zinngewinnung) in Thailand. Drei Jahre später kehrte er körperlich und seelisch erkrankt in die Schweiz zurück. Eine schwere Malaria wurde bald von einer Tuberkulose abgelöst, welche er von Juli 1922 bis Ende 1924 im Kurort Arosa zu heilen versucht. Während dieser Zeit schreibt Morgenthaler sehr viel und verfasst 1923 den Roman "Woly, Sommer im Süden", 1924 "Der weisse Elephant" und beginnt den Sanatoriumsroman "Eymanns Kur", den er aber nicht vollendet. Dazu kamen mehrere Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken. Als freier Schriftsteller und Vortragsreisender konnte er sich auch materiell kaum über Wasser halten. 1928 erlag Hans Morgenthaler in Bern nach zahlreichen Klinik- und Sanatoriumsaufenthalten seiner Krankheit.

Werke

  • Beiträge zur Kenntnis des Formenkreises der Sammelart Betula alba L., mit variationsstatistischer Analyse der Phaenotypen. Diss. Zürich 1915
  • Ihr Berge - Stimmungsbilder aus einem Bergsteiger-Tagebuch. Orell Füssli, Zürich 1916
  • Matahari - Stimmungsbilder aus den malayisch-siamesischen Tropen. Orell Füssli, Zürich 1921
  • Ich selbst - Gefühle. Orell Füssli, Zürich 1923
  • Woly - Ein Sommer im Süden. Roman. Orell Füssli, Zürich 1924
  • Gadscha Puti - Ein Minenabenteuer. Hrsg. von Fritz Hegg. Francke, Bern 1929
  • Das Ende vom Lied - Lyrisches Testament eines Schwindsüchtigen. Gedichte, hrsg. von Hugo Marti und Marguerite Schmid. Francke, Bern 1930
  • In der Stadt - Die Beichte des Karl von Allmen. Autobiographische Aufzeichnungen, hrsg. von Otto Zinniker. Spaten, Grenchen 1950
  • Totenjodel - Gedichte. Hrsg. von Kurt Marti. Kandelaber, Bern 1970
  • Dichtermisere - Ein Hans-Morgenthaler-Brevier. Hrsg. v. Georges Ammann. Orte, Zürich 1977
  • Hamo, der letzte fromme Europäer - Sein Leben, seine Versuche und Anstrengungen. Ein Hans-Morgenthaler-Lesebuch, hrsg. von Roger Perret. Lenos, Basel 1982
  • Der kuriose Dichter Hans Morgenthaler - Briefwechsel mit Ernst Morgenthaler und Hermann Hesse. Hrsg. von Roger Perret. Lenos, Basel 1983

Literatur

  • Dieter Fringeli: Bekenntnisse einer Stadtwahnsinnigen oder Die Philosophie des Sichbescheidens. Zu Hans Morgenthalers Vermächtnis, in: Dichter im Abseits. Schweizer Autoren von Glauser bis Hohl. Artemis, Zürich 1974, S. 79–88 und 174f
  • Roger Perret in: Helvetische Steckbriefe. 47 Schriftsteller aus der deutschen Schweiz seit 1800. Bearbeitet vom Zürcher Seminar für Literaturkritik mit Werner Weber. Artemis, Zürich 1981, S. 138–143
  • Kurt Marti: Hans Morgenthaler, in: Woly. Sommer im Süden, hrsg. v. Charles Linsmayer. Ex Libris (= Frühling der Gegenwart 19), Zürich 1982, S. 198–220
  • Ueli Haldimann (Hrsg.): Hermann Hesse, Thomas Mann und andere in Arosa – Texte und Bilder aus zwei Jahrhunderten. AS Verlag und Buchkonzept AG, Zürich 2001, S. 72-89

Weblinks

Bestände UB Bern

Quellen

Dieser Text entstand auf Grundlage der Freien Enzyklopädie Wikipedia und wurde am 05.05.2011 hier eingestellt. Der Originaltext wurde unter der GNU Free Documentation License und der Creative Commons Lizenz (CC-BY-SA) veröffentlicht. (Originalversion in der Wikipedia)