Michel, Otto

Otto Michel (* 26.4.1909; † 19.5.1992) Direktor der Frauenschule Bern

Leben

"Es war 1964, als ich Otto Michel, den Direktor der Frauenschule kennen lernte. Äusserlich fielen mir seine durchdringenden, von buschigen Augenbrauen umsäumten Augen auf und seine für die damalige Zeit unkonventionelle Art, sich zu kleiden. Otto Michel, ein Pionier, ein Mann des Wortes und reicher Gestik zog viele in seinen Bann und war vielen für einige Jahre Vorbild und Lehrer. Sein Werdegang, sein Denken und sein Leben - nichts von alledem war gradlinig, konform oder bequem.

In ärmlichen Verhältnissen wuchs er auf. Er erlernte das Spenglerhandwerk. Nach der eidgenössischen Maturitätsprüfung erwarb Otto Michel an der Universität Bern das Gymnasiallehrerdiplom. Es war kein Zufall, dass er nicht an einem Gymnasium unterrichtete. Ihn reizte es vielmehr, Allgemeinbildung an Berufschulen zu vermitteln. (...) Die Frauenschule, vom Gemeinnützigen Verein der Stadt Bern geführt, fristete an der Kappellenstrasse in den fünfziger Jahren ein kümmerliches Dasein und kämpfte um ihr Überleben. Das war die Herausforderung für Otto Michel. 1955 wurde er zum Vorsteher gewählt. (...)

Unnachgibig, eigenwillig und hartnäckig verfolgte Otto Michel seine Ziele. er stellte nicht auf Papiere ab. Schulzeugnisse zählten bei ihm nicht, wenn es darum ging, den Entscheid über Aufnahme oder Abweisung von Schülerinnen zu fällen. (...)

In der Zeit, als Otto Michel die Schule leitete, entstand eine Vielzahl neuer Bildungsangebote. (...) Es war die Zeit eines stürmischen Wachstums der Schule mit allen Vor- und Nachteilen. Wenn heute oftmals jahrelang geplant wird, ohne dass aus dem Geplanten etwas wird, entstanden unter Otto Michel Ausbildungen, ohne dass sie detailliert geplant worden wären. (...)

Otto Michel hat ein farbiges, ungebundenes, widerspruchvolles, unangepasstes Leben gelebt und hat vieles bewirkt. Dafür sind wir ihm dankbar." (Niklaus Ludi, Direktor BFF, in: BFF-Jahresbericht 1991/1992, S. 14-15)

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