May, Werner Jakob

Werner Jakob May (* 15.03.1927) Lehrer

Leben

"Der Autor wuchs in Kleindietwil auf, unterrichtete später bis zur Pension in der Gemeinde Radelfingen als Primarlehrer. (...) (1959 wurden Werner Jakob May und seine Frau Lisa an die kleine Dorfschule gewählt).

Mir sy nach der Wauh dert, z Dörflige, i ds Lehrerschtöckli yzoge. Ds Schueuhus isch e richtig auti, boufäuigi Chräze, meh es Ghütt mit rünnigem Dach, mit eifache Biberschwanzziegu-Reihe u lützle, chlefelige Schprossefäischter usgrüschtet gsy. No nüüt vo Zäntrauheizig. Wenn de im Winter nid hesch wöue erfrüre, hesch haut am Morge am haubi Sächsi höchscht pärsönlech u säuber müesse go i das chlyne Chachuöfeli yfüüre.

Ein unbeschwertes Pensionsalter zusammen mit seiner Frau war ihm nicht vergönnt. Lisa May, die ebenfalls Lehrerin war und soweit als möglich im selben Schulhaus unterrichtete wie ihr Mann, litt schon in jungen Jahren an einem Hirntumor und war auf die Pflege ihres Mannes angewiesen bis zu ihrem Tod. Anstatt zu vergrämen, setzte sich Werner Jakob May hin und schrieb, fuhr noch intensiver fort mit dem, was er Jahre zuvor schon getan hatte. Er hielt all das fest, was in seinem Umfeld geschehen war, schrieb Schicksale nieder, wie sie das Leben hervorbringt. In seinen Geschichten werden grosse Herzen grösser, Kartenhäuser fallen zusammen, und Menschen auf der Schattenseite werden zu Persönlichkeiten.

In jahrzehntelanger Arbeit schrieb Werner Jakob May lose Krimis, die Chronik von seiner Wohngemeinde Radelfingen, Verse, Geschichten und ein Kochbuch. Der Roman Daddy-Long-Legs von Jean Webster hat er ins Berndeutsche übersetzt." (Liselotte Jost-Zürcher: Erst noch war der "Schueli" auch Abwart in: Unter-Emmentaler und W.J. May, 21. April 2011)

Literatur

  • Liselotte Jost-Zürcher: Sie kommen, erfüllen ihre Pflicht und gehen - und niemand spricht mehr von ihnen, Unter Emmentaler, 23. November 2006, S. 7

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