König, Wilhelm

Wilhelm König, schrieb unter dem Pseudonym Dr. Bäri (* 16. Februar 1834 in Bern; † 29. März 1891 in Brugg), Journalist und einer der ersten Vertreter der berndeutschen Literatur

Leben

"Das Geschlecht König weist im letzten Jahrhundert nicht nur zwei langjährige und originelle Betreuer der Wappentiere im alten Bärengraben auf, sondern auch noch den unter dem Pseudonym Dr. Bäri weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Literaten und Journalisten Wilhelm König. Als ältestes von acht Geschwistern war er das Enfant terrible und bereitete mit seinen wenn auch harmlosen Bubenstreichen den Eltern manchen Verdruss. Nach vergeblichen Ermahnungen versuchte man, wie es damals Sitte war, dem phantasiebegabten, unruhigen Jungen die Possen mit körperlicher Züchtigung auszutreiben. Doch damit erreichte man bei Willi nur das Gegenteil. Man trieb ihn, der im Grunde ein weiches und liebebedürftiges Herz hatte, in eine Trotzstellung hinein. Nach einigen unsteten in der Fremde verlebten Jahren kehre er, vom Heimweh geplagt, wieder in die Vaterstadt zurück und fand hier seinen Beruf als Literat und Journalist. Später erhielt er eine Anstellung als Kanzlist beim eidgenössischen Justizdepartement. [...]

Mit seinen dreisten Attacken in einem oft derben Berndeutsch lud sich Dr. Bäri besonders in der Burgergemeinde, die er am liebsten mit der Einwohnergemeinde verschmolzen gesehen hätte, viele Widersacher auf den Hals. Josef Viktor Widmann, der damalige Feuilletonredaktor am „Bund“, sah denn auch voraus, dass die neue Broschüre Öppis Anders des stadtbekannten Humoristen Dr. Bäri, der sich auf papierenen Münzen auch 'Wilhelm – König von Bern' schreibe, in der Bundesstadt mehr Staub aufwerfen dürfte, als eine Staatskarosse auf sonniger Landstrasse. Aber er fügte beschwichtigend hinzu, da Dr. Bäri mit wirklich köstlicher Anschaulichkeit seine lustigen Figuren uns vor Augen bringt und das ganze Büchlein von Humor strotzt, müsse man schon einen von der Heilig-Geist-Kirche bis zum Bärengraben hinabreichenden Philosophenzopf tragen, um diese etwas derben Spässe mit dem feierlichen Ernste des Moralisten zu verurteilen." [...] (Aus: Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, Bd. 30 (1968), S. 50-54)

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