Bischof, Walter Gort

Walter Gort Bischof (* 24.8.1923) Fotografie, Grafik, Musik, div. Kunsthandwerk

Persönlicher Beitrag

Ein patentierter kleiner Nachtmusikvogel kam ich gegen Mitternacht in St. Gallen als Frühgeburt zur Welt. Ca. 40 Jahre zu früh. Daher von Geburt an schon senil: alle Mädchen dieser Welt verzauberten mich gleich auf ewig, wie selbst meine blonde blauäugige Mutter als Mama ausser einer Mutti & 2 Vätern, wovon einer als Onkel vorkam. So begriff ich instinktiv, dass ich bis auf den heutigen Tag nur für diese unübertrefflichen Kunstwerke zusätzliche Gedichte schrieb & weiterhin schreiben muss, so unvergleichbar unvollkommen sie für diese überirdischen Schöpfungen auch sein mögen. Desgleichen unvergängliche Briefe als "Dr.h.c. ès Lettres'..d'amour", wie mir jemand wie bei Schillers errötend flüsterte: "Amore è pegasolio" & so das Wichtigste auf dem hiesigen Globus mit Treibkraftstoff verbindet als Anagramm für Rassenpferde mit Flügeln. Entgegen der Maul-Tiere, die nur versprechen, was sie nicht halten. Demzufolge habe ich 4 mal geheiratet, um dies gewagte Theorem zu beweisen. C.F. Meyer hat mir dafür 1957 einen Check in Gegenwert von heute 30 urschnusigen helvetischen Vreneli als Dementi des lat. "verba non dant panem" zum Kauf einer Alp verliehen, von der die echte Steinhütte nur 3 Jahre jünger ist als Beethoven. Goethe hingegen hat seine Kinderzeit nicht wie ich im Parterre meiner zahlreichen Eltern mit einem Hasen, einem rosa Teddybärn mit Drückbauchmusik "Küss Ihr die Hand, Madame", 3 Katzen & meiner Geige verbracht, sondern in seinem Palast auf dem vorteilhaftern Dachboden, von wo er das kostbarste Meissnergeschirr auf die Strasse werfen & den sturmläutenden Weimarern frohlockend von oben zuschaun konnte.

Die Geige allein blieb mir als mehrjährigen Konzertmeister in Meilen, wo auch meine (kalli)grafische (it."calli"=Schwielen) Karriere via Kunstgewerbeschule zur Entlastung des unvollendeten Lehrerseminars gereichte, begann & mit der eingelöcherten Rhein-Grenzbesetzung ebenfalls ohne Diplom endete. Die Fotografie ist seit nur 40 Jahren mein Chemie-Kunstaromazusatz, erfunden 2 Jahre vor Cartier-Bresson 19..(?) im kultursatinierten "DU". Im Mai '92 denn hat mir ein Zerstörungstrupp von Dieben das Archiv tausender Negative geordnet zum 1-händigen Hobby-Job meiner nächsten 50 Jahre eines glücklichen 3. Jahrtausends - womit diese tröstliche Kurzbiografie zukunftswütig noch länger wird & würde gewollt haben... (ca. 1994)

Bestände UB Bern

Quellen

Dieser Text entstand auf Grundlage der Bibliographie Berner Schriftsteller.


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