Betts, Peter John

Peter John Betts (* 8. April 1941 in Livingstone, damals Nordrhodesien) ist ein britisch-schweizerischer Schriftsteller, Übersetzer und Journalist.

Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein (BSV).

Persönlicher Beitrag

Nach mehreren, z.T. schmerzhaften Versuchen mit oder ohne amtlichen Segen bin ich, 53-jährig, seit dem 4.4.84 glücklich verheiratet, aus erster Ehe habe ich eine Tochter. Meine Biographie weist mich als professionell Entwurzelten mit einer erstaunlichen Sesshaftigkeit und Beharrlichkeit aus. Mein "Brotberuf" räumt mir einen ständigen Platz zwischen Stuhl und Bank ein, hat mir aber die beglückende überzeugung geschenkt, unter keinen Umständen nach künstlerischen Ruhm zu streben - was mir glänzend gelingt. Literarisch keinem Trend folgend, habe ich mir als professioneller Schriftsteller die Freiheit errungen, nur zu publizieren, wenn ich auch etwas zu sagen habe, und mich nicht zu grämen, wenn nur Wenige davon Kenntnis nehmen. (ca. 1994)

Leben

Geboren in Livingstone als Sohn einer Schweizerin und eines Briten wuchs der Autor im damaligen britischen Protektorat Nordrhodesien auf und sprach mehrere afrikanische Sprachen fliessend. Er verlor bereits als Vierjähriger seine Mutter, mit sechs Jahren wurde Peter J. Betts von seinem Vater zur Ausbildung in die Schweiz geschickt, wo er in Huttwil die Schule besuchte und in Bern Anglistik und Germanistik studierte. Er arbeitete als Lehrer, Journalist, Schriftsteller und Übersetzer, von 1978 bis 2003 war er, obwohl nach wie vor Brite, Kulturbeauftragter der Stadt Bern. Auch während dieser Tätigkeit versuchte er stets, künstlerische und berufliche Arbeit in ihrer Wirkung zusammenzuführen. Insbesondere die Wiedererkennung und Einzigartigkeit der künstlerischen Einflüsse bei den diversen Projekten der Stadt Bern lagen ihm dabei am Herzen: Einbezug von Kunstschaffenden verschiedenster Prägung beim Bewältigen öffentlicher Aufgaben. Er hat eine Tochter aus erster Ehe und lebt mit seiner Frau in Hinterkappelen, in der Nähe von Bern.

Schwarze Kiste

2010 im Dittrich Verlag erschienen. Es beginnt mit der Beerdigung des jungen, überall beliebten Franz Xaver Müller-Regenass, der 1961 im engsten Freundeskreis seine Beförderung zum Leutnant feiert, und in der Nacht demonstrieren will, wie bei den Grenadieren Schluchten überquert werden. Aus dreißig Meter Höhe stürzt er vom Seil. Wie es genau passiert ist, weiß niemand zu sagen. Dieses tragische Ereignis schweißt die jungen Menschen, die bei dem Unglück dabei waren, zusammen. Nelly, die Verlobte von Franz Xaver, heiratet einen guten Freund des Verunglückten. Anna, die jüngere Schwester, heiratet Fritz. Rita ihren Verlobten Erwin, den besten Freund des Verstorbenen. Im Jahr darauf kommen die ersten Kinder der Paare zur Welt. In einem Zeitsprung erzählt der Autor von den Freunden und deren erwachsenen Kindern, die sich 1996 im gemeinsamen Ferienhaus an der Côte d‘Azur treffen. Rückblicke ins Jahr des Unglücks geben immer tieferen Einblick in das Geheimnis dieser verschworenen Gruppe und zeigen, wie ihr Leben und das ihrer Kinder durch den Tod Franz Xavers bestimmt wird. Sehr langsam entblättert sich die ganze Wahrheit. Essayistische Passagen durchziehen den Roman, ordnen die Handlung in die gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen der jeweiligen Zeit ein, berichten über die Hoffnungen und Irrtümer der handelnden Personen. Ein sehr intelligent geschriebener Roman, der die Lesenden mit unerwarteten Wendungen überrascht und in Spannung versetzt.

Bibliographie

  • Saul, 1973
  • Die Pendler, 1975
  • Anpassungsversuche, 1978
  • Loorbeer und Salat, 1980
  • Der Spiegel des Kadschiwe, 1983
  • Notbremse, 1985
  • Tag der Tulpen, 1986
  • Natter – Ein Imperium, 1989
  • Sie singen, die Delphine, 1996
  • Schwarze Kiste, Roman bei Dittrich Verlag, 2010, ISBN 978-3937717470
  • dazu Werke für Radio, Fernsehen und Film

Auszeichnungen

  • Preis des Städtebundtheater Biel-Solothurn 1972
  • Kurzgeschichten-Wettbewerb «Beobachter» 1974
  • 1.Preis im Dramen-Wettbewerb für ein Freilichtspiel (mit Sam Jaun) 1974
  • Förderpreis der Stadt Bern 1976
  • Buchpreise des Kantons Bern 1979
  • Preis der Schweizerischen Schillerstiftung 1981

Weblinks

Bestände UB Bern

Quellen

Dieser Text entstand auf Grundlage der Freien Enzyklopädie Wikipedia und wurde am 17.03.2011 hier eingestellt. Der Originaltext wurde unter der GNU Free Documentation License und der Creative Commons Lizenz (CC-BY-SA) veröffentlicht. (Originalversion in der Wikipedia)