Romang, Johann Jakob

Johann Jakob Romang (* 28.9.1831 in Gsteig; † 2.5.1884 in Genf)

Leben

"J.J. Romang war ein Sohn des späteren Gerichtspräsidenten (Saanen, Signau) und Oberrichters gleichen Namens. 'Hansjaggi' besuchte das Thuner Progymnasium, anschliessend die Kantonsschule in Bern und studierte zuerst Theologie, dann Jurisprudenz an der Berner Hochschule. Missliche Familienverhältnisse zwangen ihn, sein Studium selber zu bestreiten; er nahm deshalb die Stelle eines 2. Sekretärs beim Eidgenössischen Militärdepartement an, verliess sie aber schon nach einem Jahr wieder, um (1855) in die englische Schweizerlegion einzutreten (das gab es damals noch), - mit der Aussicht entweder auf einen frühen Tod (im Krimkrieg) oder auf ausreichende finanzielle Mittel, um das Studium zu einem guten Ende bringen zu können. Sein Regiment kam nach Smyrna und war dort 'zum allgemeinen Verdrusse' zur Untätigkeit verurteilt; 1856 kehrte es zur Entlassung nach Europa zurück.

Ohne rechte Freude an Studium und Beruf machte Romang seine Fürsprecherprüfung und wurde Schreiber am Obergericht in Bern (1858-64). Bald aber wandte er sich dem Journalismus und der Schriftstellerei zu. Politische Kämpfe, unter anderem mit dem geistigen Haupt der Radikalen, Bundesrat Jakob Stämpfli, brachten ihn in zunehmende Schwierigkeiten, sowohl in Bern wie später in Thun und Biel. Er übersiedelte schliesslich (1866) nach Genf, erlebte aber auch da mehr Verdruss als Erfreuliches und starb einsam und kinderlos, wenige Jahre nch dem Tod seiner Frau, in einem Genfer Spital." (Hans Sommer: Volk und Dichtung des Berner Oberlandes, Francke 1976, S. 341-342)

"J.J. Romang war Gründer diverser Zeitschriften und Verfasser von Novellen, Gedichten, Reiseschriften, aber auch von scharfen Polemiken. Das Geschlecht ist ursprünglich aus Gsteig/Saanen (seit 1312). Seit 1871 auch in Bern eingebürgert." (bernensia.ch, Comenius, 28.09.2011)

Weblinks

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