Mayenthal, Louise

Aus Literapedia Bern

Louise Mayenthal, Pseudonym für Niklaus Krähenbühl (* 1825 in Ried, Gemeinde Worb BE; † 23. September 1867 in Langnau)

Leben

"Niklaus Krähenbühl lebte fast zur gleichen Zeit wie Arthur Bitter (getauft am 25. September 1825) ebenfalls in Ried. Seine Eltern, Friedrich Krähenbühl und Elisabeth, geb. Lädrach, verlor er schon in zarter Jugendzeit, die Mutter als Einjähriger, den Vater mit 20 Jahren. Er wurde nach dem frühen Tod der Mutter in einen Pflegeplatz in Ried gebracht. Er besuchte die Primarschule in Worb und erwies sich als talentvoller Knabe. Er bildete sich unablässig selber weiter. Seinem Onkel Niklaus Lädrach, Büchsenschmied in Ried, trat er sein mit seinem Bruder besessenes Haus und Heimwesen ab und übernahm von ihm die Stelle eines Posthalters. Im Nahen Schlosswil bekleidete er den Posten eines Substituts auf einer Kanzlei der Bezirksverwaltung.

Seiner literarischen Neigung folgend fand er schliesslich den Weg in die Redaktion des Emmentaler Blattes in Langnau: Ab 1849 arbeitete er als Sekretär auf dem Druckereibüro. Bald bereicherte er das Blatt mit seiner humoristischen politischen Poesie, bis er als ständiger Mitarbeiter auf der Redaktion angestellt wurde. Zusammen mit seinem Redaktionskollegen, dem berühmten Christian Wiedmer, gab er das Bändchen Vermischte Gedichte (1848) heraus, wobei Krähenbühl mit dem sonderbaren Pseudonym Louise Mayenthal unterschrieb. Ein weiteres Werk Krähenbühls erschien unter dem Titel Lieder eines Ungenannten von der Emme, ein Buch, das kaum mehr aufzutreiben ist.

Die meisten seiner Gedichte wurden im Emmentaler Blatt, leider anonym, abgedruckt. (...) Seine Dichtung zeugt von der Liebe zu Mensch und Natur in dieser nachromantischen Zeit.

Niklaus Krähenbühl, der oft mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, starb 42-jährig nach längerer Krankheit (Rückenmarkschwindsucht) in Langnau, seine Frau und ein siebenjähriges Töchterchen hinterlassend." (Quelle: Heinrich C. Waber, 28.12.2011, Beitrag erschienen in: Alpenhorn-Kalender, Jg. 82, 2007, S. 62-64)

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