Gerber, Ida F.

Ida F. Gerber, wahrscheinlich: Ida Frieda Gerber-Gygi (* 1899; † ?)

Leben

"Bernerin, aufgewachsen als Bauerntochter in einem kleinen Dorf (Kappelen BE) auf einer grossen Ebene. Flügge geworden, besuchte ich eine Handelsschule in der Stadt; denn rasselde Telefonapparate, Schreibmaschinengeklapper und dicke Aktenbündel gehörten damals noch zu den Dingen, die einfachen Landleuten einen Heidenrespekt einflössten. Später fand ich Arbeit als Stenodactylographin in einem technischen Bureau, wo die Ingenieure von geheimnisvollen Feldern und einem mächtigen, alles beherrschenden Strom sprachen. Auch von Hunderten, ja Tausenden von Pferden war die Rede. Aber der Strom bedeutete Wechselstrom und Gleichstrom, die Felder erwiesen sich als - Magnetfelder und die Pferde waren leider keine wiehernden stampfenden Rosse, sondern PS, Pferdestärken. - Szenenwechsel.

Ehe, Familie, Buchhalterin im Geschäft des Mannes. Nach Jahren erst gings wieder hinaus aus dem Labyrinth der Betriebsrechnungen und Bilanzen. In die Freiheit? Nein, Nur eine andere Art von Gefesseltsein. Der Verantwortung für die Soll- und Habenkolonnen folgte die noch tiefere Verpflichtung der Sprache, dem Wort, gegenüber.

'Aber', höre ich jetzt einwenden, 'wenn Schreiben doch so schwer ist, warum tut sie es denn?' Das, lieber Leser, weiss ich auch nicht. Weiss der Vogel, warum er singt?" (Quelle: Verlag Reinhardt, 1954)

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