Ebersold, Elise

Elise Ebersold, eigentlich: Elisabeth Äbersold, Pseudonyme: Martha Fröhlich, Bethli Daheim, Betty Lerche. (* 12. Juli 1837; † 1903)

Leben

"Frl. Elise Ebersold, Bötzingen, b. Biel, Schweiz, wurde am 12. Juli 1837 in Niederösch im Kanton Bern als Tochter eines armen Handwerkers, der selbst weder lesen noch schreiben konnte, geboren. Ihrer Grossmutter verdankt sie 'die Lust am Fabulieren'. Nach Absolvierung der Volksschule trat sie in das Lehrerinnenseminar Hindelbank ein und amtierte dann 32 Jahre. 1888 sagte sie dem Schuldienst Valet und lebt seitdem ein bescheidenes Stillleben als Mitarbeiterin zahlreicher Zeitschriften. Sie schreibt Gedichte, Sprüche, Rätsel, Erzählungen und Übersetzungen aus fremden Sprachen." (Sophie Pataky: Lexikon deutscher Frauen der Feder, Berlin 1898, Bd. 1, S. 176-177)

"Elise Ebersolds Hauptverdienst liegt auf dem Gebiet des Übersetzens; unzählige Novellen und Romane aus dem Französischen, aber auch aus dem Englischen, hat sie dem deutschsprachigen Lesepublikum vermittelt und damit einen wertvollen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis der Sprachgruppen geleistet. (...)

Als Mensch war sie 'reich an originellen Zügen', oft 'derb bis zum Verletzen, hartnäckig in der Verfolgung ihrer Ziele'. (Nachruf im Bund). Besonders eifrig verfocht Elise Ebersold die Anliegen der Verschupften und der an der Schattenseite des Lebens Stehenden. Wundert es, dass die Schriftstellerin ihr ganzes Barvermögen von rund 35'000 Franken - welche Sparsumme übrigens für die Zeit um 1900! - wohltätigen Zwecken zuwandte?

Haupterbin war die Mädchenerziehungsanstalt Viktoria in Wabern (heute in Richigen)." (Hans Sommer: Volk und Dichtung des Emmentals, Francke 1969, S. 192-195)

Weblinks

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