Baumgartner, Elisabeth

Elisabeth Baumgartner-Siegenthaler (* 25.3.1889; † 7.5.1957)

Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein (BSV).

Leben

"In einem Bauernhaus zu hinterst im Trub, wo die Berge den Blick in die Weite verwehren, ihn überall zwingen, in die Höhe zu schweifen, dort wurde am 25. März 1889 Elisabeth Siegenthaler geboren. Nach Fankhaus ist es von da eine Stunde. Das war ihr Schulweg während neun Jahren. Um Kinderlehre und Unterweisung zu besuchen, hatte sie zwei Wegstunden zurückzulegen - nach Trub. Waren es nun die Berge, die vor aller Ferne standen, war es dies ständige Wandern zur Schule, jedenfalls wuchsen in ihr Hang und Sehnsucht nach der Ferne. Und doch durfte sie ihnen nicht nachgeben, weil die Mutter krank und sie das älteste von fünf Kindern war. Da verkroch sich die Sehnsucht in Büchern. Elisabeth las und las und geriet aus dem Lesen selber ins Fabulieren - schon in Schulaufsätzen. Aus dieser ungestillten Sehnsucht in die Ferne (die Heirat mit zwanzig Jahren führte sie nur eine Stunde talauswärts) entstanden kleine Plaudereien, welche sie im 'Emmenthaler-Blatt' unter einem Decknamen veröffentlichte.

Dann kam der Tag, an dem ihr Simon Gfellers 'Heimisbach' den Blick für die Nähe erschloss, für die Schönheiten des Alltags, und sie erkennen liess, mit wieviel unzuträglicher Speise das Volk landauf landab seinen geistigen Hunger noch befriedigte und befriedigen musste. Sie begann nach besserer Speise zu suchen. Ein Auftrag der Volkskundlichen Vereinigung, Volksbräuche aus dem Emmental aufzuzeichnen, führte sie in dieser Richtung weiter." (Quelle: Berner Schrifttum 1925-1950, Francke 1949, S. 22-23)

Auszeichnungen

  • Gfeller-Rindlisbacher-Preis 1936
  • Hörspielpreis von Radio Bern
  • Literaturpreis der Stadt Bern 1946 und 1950
  • Wettbewerbspreis des Berner Heimatschutztheaters

Weblinks

Bestände UB Bern

in BBSS: Elisabeth Baumgartner-Siegentaler